“Europa ist zweifellos die Wiege der Kultur. Aber man kann nicht sein ganzes Leben in der Wiege verbringen.”

Ich habe meine Freundin in den Schlaf gelabert. Das ist mir noch nie zuvor passiert, aber ich musste sprechen. Manchmal müssen Dinge dringend raus, die gerade in meinem Kopf einen massiven Überdruck erzeugen und die ich nicht für mich behalten will.
Heute ging es um Politik und Geschichte. Ich habe viel “interessante” Ereignisse der Weltgeschichte verpasst, weil ich noch nicht geboren war, zu jung war oder zu unreif. Das erste wirkliche Ereignis, an das ich mich wirklich erinnere war der 1.Golfkrieg und in Bruchstücken an die WM 1990, letzteres kann man getrost als “unwichtig” erachten und die Erinnerungen daran sind dünn, ebenso wie die Erinnerungen an Brandanschläge auf Asylbewerberheime. Die Mondlandung hätte ich gerne erlebt, vielleicht auch die Reformation oder die Entdeckung Amerikas, die Roaring Twenties oder die ganzen furchtbaren Ereignisse, die unsere Zivilisation verbrochen hat. Damit man mich nicht falsch versteht, es geht hier um geschichtliches Interesse, nicht um einfachen Voyeurismus – auch wenn man das manchmal durchaus vergleichen kann.
Als ich heute nach Hause kam, fand ich die Nachricht in allen Zeitungen. Die Verhandlungen mit Griechenland waren abgebrochen. Nach den Finanzkrisen der letzten Jahre sollte das niemanden mehr schockieren. Ein Großteil von Deutschland glaubt ja dank Bildzeitung, Schäuble und dem Euro-Rettungsschirm sowieso, dass Griechenland Pleite gehen muss, weil dort alle faul sind, keine Steuern zahlen und nur von deutschen Hilfsgeldern leben. Das die Realität völlig anders aussieht lasse ich jetzt mal als persönliche Meinung meinerseits einfach unbewiesen so stehen. Die ganze Dramatik, die Ursachen und Entwicklung aufzudröseln überlasse ich diesmal anderen. Es gibt dazu auch ausreichend Material von intelligenteren Leuten als mir. [1]
Mich persönlich interessiert seit heute die Zukunft der Griechen, Griechenlands und Europas. Nach den Worten des italienischen Ministerpräsidenten zur Flüchtlingsproblematik vor einigen Tagen, dem Umgang mit der Flüchtlingsproblematik, die Außenpolitk, die Finanzpolitik der europäischen Staaten macht mich eigentlich nur traurig. Wir, und ich glaube damit spreche ich für viele Menschen in Europa, wollen doch eigentlich einen Kontinent mit Frieden, Menschenrechten, Gleichheit, Zusammenarbeit und Zukunft, ein Europa wo es Menschen gut geht, unabhängig von Herkunft, Hautfarbe, Geschlecht oder Kultur.
Warum fährt man so etwas in so kurzer Zeit vor die Wand? Europäische Solidarität zu fordern ist offenbar schon zu viel verlangt, Politik für alle zu machen, die Ärmsten zu schützen und sich dabei weiter zu entwickeln offenbar auch.
Warum lässt man Staaten wie Italien (und andere) mit der Flüchtlingsproblematik alleine? Weil ein paar Vollidioten in irgendwelchen hinterwäldlerischen Dörfern sich über 300 Flüchtlinge so sehr echauffieren, dass sie kurz davor stehen Brandsätze zu werfen? Was läuft falsch, wenn ein deutscher Bürger einem Flüchtling das Handy neidet? Letztes Jahr waren wir noch alle Weltmeister, eine Weile davor waren wir Papst, sind wir jetzt Freital? Waren wir Rostock-Lichtenhagen?
Wo ist unsere Bundeskanzlerin? Warum ist sie nicht mal in Freital und zeigt dort wenigstens auf wessen Seite sie steht? Vermutlich weil sie als Frau nie auf einer Seite steht bzw. immer da, wo es gerade sonnig ist. Heute ist sie gegen die Autobahnmaut, morgen findet sie die toll, gestern war sie gegen Vorratsdatenspeicherung, übermorgen stimmt sie zu, Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Pegida findet sie nicht toll, traut sich aber nicht das zu sagen?
Soweit ich mich erinnere, und ich erinnere mich an einige Wahlkämpfe unter Helmut Kohl war ein deutscher Kanzler oder eben eine Kanzlerin niemals so indifferent in ihren Positionen. Bloss keine Angriffsfläche bieten.
Aber zurück zu Griechenland. Da dürfte sie übrigens auch keine Meinung zu haben und wenn doch, lässt sie die über ihren Finanzminister verbreiten, wenn sie sich dann als falsch rausstellt, war es eben der Schäuble, der gewiefte Schelm mit dem Schwarzgeldkoffer.
In der Süddeutschen Zeitung stand heute (in der Nacht) folgender Satz:
Man würde jetzt gerne wissen, wie es weitergeht. Man würde gerne wissen, was die Euro-Länder tun werden, um eine humanitäre Krise in Griechenland zu verhindern. Schäuble sagt, dass “wir alles tun werden, um jede Ansteckungsgefahr für die Euro-Zone zu bekämpfen”.[2]
Ich weiß nicht genau, ob Schäuble die Frage im Zusammenhang mit der Lösung der humanitären Krise, man könnte auch sagen, dem bewussten “Abkratzen lassen” der griechischen Mittel- bis Unterschicht, so gestellt wurde, aber die Antwort ist eine Frechheit.
Es geht hier nicht darum, ob die Krise den Rest Europas auch betrifft, denn das tut sie seit sie ausgebrochen ist, sondern was Schäuble als Repräsentant Deutschlands bereit ist für die Menschen dort zu tun, die teilweise aus Mülltonnen essen, sich Medikamente erbetteln müssen oder vorm Verhungern stehen.
Hätten die Westmächte Deutschland nach 1945 so behandelt, wie wir zur Zeit Griechenland behandeln, würde ich heute vermutlich nicht hier sitzen und an diesem Text schreiben. Die Westmächte haben das sicher nicht aus Liebe zu den Deutschen so gemacht, sondern aus eigenem Interesse. Wir können Griechenland aus ebensolchem nicht hängen lassen. Zumindest diese Lektion sollten wir nach 1918 gelernt haben.
Ich war jedenfalls heute so erschrocken, dass ich eventuell gerade Zeuge eines historischen Ereignisses werden könnte, im Positiven, wie im Negativen, denn denkbar sind der Folgen viele, für Griechenland, für Deutschland, für uns und für Europa. Ich hoffe, die Stümper in unserer Politik reissen sich einmal zusammen und denken darüber nach wofür ein vereintes Europa stehen sollte und handeln dementsprechend –

Allein mir fehlt der Glaube.

 

[1]

 

[2]

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/schaeuble-und-die-griechenland-verhandlungen-kein-leichter-tag-heute-1.2541020

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Ernährung und Apathie

Mein Leben ist ein stetes Auf und Ab. Eine Weile funktioniert alles wie ich es mir vorstelle und von einem Tag auf den anderen ist alles erreichte wieder Schnee von gestern. Diese Selbsterkenntnis habe ich nicht in dieser schlaflosen Nacht erlangt, aber mir wurde wieder vor Augen geführt, dass mein Weg noch lange und schwierig ist.
Der Auslöser war eigentlich, ich sage bewußt eigentlich, weil ich mich innerlich doch sehr drüber aufgeregt habe, obwohl ich es nicht sollte, banal.
Ja, vielleicht doch nicht so banal, wenn man wirklich darüber nachdenkt und ich hatte viele Stunden Zeit darüber ausführlich nachzudenken. Für mich war es im Nachhinein, andere mögen das anders sehen, sehr konkret, schädlich und beängstigend.
Die Frage wird sein wie ich damit umgehe und ob ich damit umgehen kann. Lasse ich es auf sich beruhen oder gehe ich aktiv dagegen vor. Wieviel Fingerspitzengefühl wird dazu nötig sein? Kann ich meinem Unmut Luft machen ohne etwas zu zerstören? Ist es schon zerstört? Darüber kann ich sicher noch einige Tage oder Wochen nachdenken – vermutlich ohne ein zufriedenstellendes Ergebnis zu bekommen.
Am Ende muss ich mit diesem Thema meinen Frieden machen – egal wie.

Unter Erfolgen kann ich immerhin auch etwas verbuchen und zwar die Tatsache, dass die Umstellung der Ernährung geklappt hat. Es gab die üblichen Anlaufschwierigkeiten in Form von Hunger auf Schokolade oder Hunger während der Fastenperiode, aber damit kam ich dieses Mal erstaunlich gut klar. Das Fasten ist nicht wirklich schwergefallen und das Essen an den Tagen dazwischen war nicht so üppig, sondern kontrolliert und im Rahmen.
Um die Schwierigkeit etwas zu erhöhen wage ich jetzt ein neues Experiment und bin gespannt wie es ausgeht. Ab sofort werde ich an den “Ess-Tagen” auf Kohlenhydrate größtenteils verzichten. Ich werde also intermittierendes Fasten und LowCarb kombinieren und haarklein Buch führen, ob und wie das funktioniert.

Man freue sich also schon mal auf “Low Carb Flu” und viel Gejammer, weil es die nächsten zwei Wochen keine Schokolade mehr gibt.

Hurra!

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Ab nach Aruba

Warum eigentlich Aruba? Es begann alles mit einem Running Gag meiner damaligen Spielergemeinschaft, in Browsergames nannte man sowas “Allianz”, sehr selten auch Clan, aber niemals Gilde. Irgendwer meinte mal, wir könnten unser Real-Life Treffen auf Aruba veranstalten. Kaum einer wußte, wo genau Aruba liegt, nur das es irgendwo in der Karibik sein muss und irgendwas mit Holland zu tun hat. Dieses erste Treffen auf Aruba fand dann tatsächlich auch statt. In “World of Pirates”, einem Onlinespiel, das schamlos alles bei Sid Meier’s Pirates geklaut hatte, war es dann so weit. Wir fuhren unsere Piratenschiffe nach Aruba und ankerten dort, ehe wir wieder loszogen um zu morden und zu plündern – das echte RL-Treffen fand allerdings lange vorher statt – auf der Rhön.
Seit dieser Zeit lese ich sehr viel über Aruba und das langfristige Ziel kann nur sein, dort mal längerfristig zu wohnen oder zumindest zwei Mal jährlich für einen längeren Zeitraum dort zu verbringen. Bevorzugt zwischen Oktober und Mai.
Jetzt kann man sicherlich nach Aruba auswandern und dort arbeiten. Im Tourismus, medizinischen Berufen und Handwerk wird da öfter mal gesucht. Behalten wir das mal im Hinterkopf.
Was fehlt um so ein Projekt zum Leben zu erwecken, also Teilzeitleben auf Aruba? Zum Ersten natürlich Geld. Die Lebenshaltungskosten sind zwar etwas geringer als in Zentraleuropa, aber der Flug entsprechend teuer, ebenso eine vernünftige Unterkunft für einen längeren Zeitraum (also zur Miete, nicht im Hotel) kann, genau wie hier, ins Geld gehen.
Zum Zweiten die Freiheit. Mit Terminen in Deutschland, fester Stelle in Deutschland oder ähnlichen Verpflichtungen kann das nicht funktionieren.
Und zum Dritten braucht man einen Partner, der sowas mit macht und der ebenso wenig solchen Pflichten unterworfen ist.
Noch fehlt es vor allem an Geld und ein bißchen an der Freiheit und so lange wird das ganze ein Gedankenkonstrukt bleiben – arbeiten wir dran!

 

Aruba!

http://de.aruba.com/

 

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Sommer

Sommer bedeutet eine steigende Aktivitätskurve. Drei mal die Woche laufen und an mindestens sechs Tagen zusätzlich noch Training. Ab kommender Woche dann vielleicht noch zwei Mal die Woche Eskrima. Eventuell muss ich dann den normalen Sport etwas zurück schrauben, um mich nicht völlig zu überfordern.

Renovierungsarbeiten stehen an.

Heute kam per Post die Ankündigung der Hausverwaltung, dass Ende Juni mit den Renovierungsarbeiten begonnen wird. Im Detail bedeutet es, dass die Fenster entfernt und durch neue 3fach verglaste ersetzt werden. Dazu werden die Wände gedämmt und die Elektroverteilung wird erneuert.
Das bedeutet eine Menge Lärm und viel Arbeit für mich. I’m not amused. Angeblich brauchen die aber für die Fensterarbeiten nicht lange, machen dafür vermutlich doppelt so viel Dreck und hinterlassen selbigen dann auch mir.
Dennoch bin ich sehr gespannt wie das vonstatten geht und lasse mich überraschen.

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On the search for a breakthrough

Es ist einfach Lösungen zu finden, wenn man das Problem kennt. In meinem Falle ist das Problem glasklar, aber die Lösung ist noch nicht mal mit einem Teleskop zu entdecken, soweit bin ich zur Zeit davon weg. Meine ersten Versuche zu tun was richtig für mich wäre sind grandios gescheitert. Diese ersten Versuche umfassen immerhin rund 20 Jahre meines Lebens in denen sich die Richtung wechselte wie ein Kompass bei wechselnden Magnetfeldern. Bis zu einem Punkt wo es nicht mehr weiter ging. Mit etwas Hilfe und Halt durch Freunde und Familie bin ich wenigstens halbwegs wieder auf dem Weg angekommen, aber die Wahl des richtigen wird ein weiterer Knackpunkt in meinem Leben sein.
Jetzt beschäftige ich mich ja nicht erst seit gestern mit meinen Problemen und versuche zu ergründen was ich will und wie ich es gerne hätte. Beim Schlafverhalten hat das schon weitestgehend geklappt, beim Essverhalten weniger. Letzteres hat mit Willen und Disziplin zu tun, zwei Dinge, die ich aufbringe, wenn es wirklich nicht nötig ist, nicht wenn ich es unterbewußt nicht 100% einsehe. Doch zurück zum aktuellen Problem.
Ich bin das, was man beim Myers-Briggs Typenindikator als INFP Persönlichkeit kategorisiert. Leider ist diese Art der Persönlichkeitsbeurteilung stark umstritten und vermutlich mehr eine Glaubensfrage. Es geht dabei auch weniger darum, dass ich mich in die richtige Schublade gesteckt fühle, sondern vielmehr um die Details, die ziemlich exakt meinen Werdegang abzeichnen. Vermutlich ist es ein bißchen wie mit Horoskopen, sie passen irgendwie immer, aber wenn dir das Horoskop sagt wie schön der Tag morgen wird, werden die meisten Menschen wenigstens darüber nachdenken, ob eventuell was dran ist und vielleicht ein Stück positiver denken.
Aufgrund der Einordnung als INFP, den man sehr grob als idealistisch, freundlich, kreativ, intuitiv, stur, ethisch/moralisch zusammenfasst, fühle ich mich, Kritik an der generellen Kategorisierung, doch gut getroffen. Auch die Berufswahl stimmt ziemlich mit meiner Vergangenheit überein und meine Probleme sind mit der INFP Person identisch. Auch wenn hier vermutlich der Barnum-Effekt(1) eine Rolle spielt, ändert das nichts daran, dass ich weiß wann ich mich unwohl fühle, in Teams weniger effizient arbeite als alleine und wie stur ich sein kann, wenn ich etwas als ungerecht empfinde.
Barnum-Effekt hin oder her, an der Suche nach der Lösung ändert das nichts. Ich stolpere von Abzweigung zu Abzweigung und das einzige was ich weiß ist, dass ich nicht zurück kann, weil sich dieser Weg schon einmal als falsch erwiesen hat.
Auf die viel gestellte Frage “Wo siehst du dich in 5, 10, 15 Jahren” hatte ich noch nie eine Antwort. Ich habe ein ungefähres Ziel vor Augen, eine Pyramide mit Dingen, sortiert nach Wichtigkeit, aber der Weg dorthin ist ein Labyrinth, wo in jeder Sackgasse ein Minotaurus wartet und meinen Ariadnefaden habe ich leider verlegt.
Zu diesem grundlegenden Problem kommt die Angst. Die Angst vor sich selbst, der Selbstzweifel, der bei jedem Menschen unterschiedlich stark ausgeprägt ist. Je risikoreicher ein Unternehmen ist, desto größer ist der Selbstzweifel, ein System, das noch aus der Frühzeit des Menschen stammt – die Angst vor dem Unbekannten. Als Jäger und Sammler war dieses System wichtig. Wenn einem sein Gefühl, die innere Stimme sagte “Da hat etwas im Gebüsch geraschelt, sei vorsichtig” musste man eben damit rechnen, dass es ein Säbelzahntiger ist. Das es auch ein Eichhörnchen sein könnte ist dabei nicht relevant, jedenfalls solange man gerade nicht am hungern war und somit risikobereiter.
Heutzutage ist dieses Verhalten nicht unbedingt angebracht, zumindest in Mitteleuropa dürften keine gefährlichen Raubtiere mehr auf einen lauern. Leider ist dieser Selbstzweifel überall. Bei jedem Vorhaben, bei jeder Entscheidung die eigene Komfortzone betreffend. Mir hilft da nicht mal das berühmte “Was soll dir schon passieren, es gibt doch Sozialsysteme”. Dabei wäre es ein einfacher Schritt, gefahrlos und maximal eine Lebenserfahrung mehr, ein kleiner Lerneffekt, ein Rückschlag und nicht der Untergang der Welt.
Ich denke zu viel nach, wäge für und wider ab, statt es einfach zu halten. Ein sehr berühmter Mann, ein Philosoph, ein Künstler, ein Meister seines Fachs, sagte mal:

“In meiner Karriere habe ich über 9000 Würfe verfehlt. Ich habe fast 300 Spiele verloren. 26 mal wurde mir der spielentscheidende Wurf anvertraut und ich habe ihn nicht getroffen. Ich habe immer und immer wieder versagt in meinem Leben. Deshalb bin ich erfolgreich.” (2)

Die Frage ist nur noch wohin will ich. Was ist mein Mittel um ans Ziel zu kommen?

1) http://de.wikipedia.org/wiki/Barnum-Effekt
2) Michael Jordan (I’ve missed more than 9000 shots in my career. I’ve lost almost 300 games. 26 times, I’ve been trusted to take the game winning shot and missed. I’ve failed over and over and over again in my life. And that is why I succeed.)

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Zocken

Ich bin die Tage beim nächtlichen Streifzug durch die Streamwelt bei einem Stream hängengeblieben, weil dort Blackjack gespielt wurde. Eigentlich sind Kartenspiele nicht so mein Fall, Poker zum Beispiel kann ich eigentlich überhaupt nicht, aber Blackjack fand ich aufgrund der Möglichkeiten immer sehr interessant und das führte dann auch dazu, dass ich den Stream eine Weile nebenbei verfolgte. Der Streamer, einer der bestbezahlten in der Twitch-Community (mit einem geschätzten Einkommen von 800.000 U$ pro Jahr) spielte natürlich um echtes Geld.
Bis zu dem Zeitpunkt waren solche Onlinekasinos etwas, das ich nur aus Spam in meinem Postfach oder von Werbebannern auf irgendwelchen Seiten kannte. Was ich bisher zum Beispiel nicht wußte ist, dass dort hauptsächlich Leute aus Costa Rica arbeiten, die dort Tag für Tag hinter Spieltischen stehen, live ins Internet gestreamt werden und in gebrochenem Englisch mit den Usern zu reden versuchen oder sich von Usern trollen, beschimpfen und anbaggern lassen. Die meisten Angestellten dort scheinen Frauen im Alter zwischen 23 und 30 zu sein, die natürlich mit ansprechender Optik, einem prallen Dekolleté und süßem Akzent Spieler an die Tische locken sollen. Die Männer sind auch recht ansprechend – aus der Sicht eines vollständig heterosexuellen Mannes jedenfalls.
Nach einer Weile fiel dem Streamer und mir dann auf, dass an seinem Tisch ein Typ saß, der jetzt schon die dritte Runde in Folge 600$ gesetzt hatte – der Streamer selbst setzte selten über 30$ und hatte sich ein Limit von 500$ für den Abend gesetzt. Der 600$ Mensch hatte gerade das dritte Mal in Folge seinen Einsatz pulverisiert, weil er bei 16 noch eine weitere Karte wollte, setzte aber in Runde 4 erneut 600 Dollar. Das war dann für mich die Stelle, wo mich das Spiel tatsächlich zu interessieren anfing. Natürlich verlor er auch die 4. Runde, begleitet von einem “Oh shit, that poor guy” aus dem Stream. Doch der Verlust von 2400$ schien keinerlei Eindruck hinterlassen zu haben und wie es halt beim Blackjack so ist, es muss ja statistisch gesehen irgendwann klappen.
Um dem vorzugreifen, er hat Runde 5 und 6 tatsächlich gewonnen, nur um die Runden 7-12 dann wieder zu verlieren. Alles in allem hat der gute Mann oder die Frau da in rund 10 Minuten 6000$ verzockt und ich glaube neben dem Streamer und mir haben zu dem Zeitpunkt rund 8000 Zuschauer mitgelitten.
Was mich im Nachhinein besonders fasziniert hat waren meine eigenen Reaktionen und Gedanken. Da sitzt jemand, den ich nicht kenne und von dem ich nicht weiß ob er reich oder arm ist an einem virtuellen Blackjacktisch und verspielt 6000 US Dollar. Ich habe im letzten Jahr wohl keine 6000€ ausgegeben und werde es auch dieses Jahr nur mit Mühe schaffen.
Viel erschreckender ist aber, dass mir Gedanken durch den Kopf schossen wie “Die Runde hätte ich gewonnen” und “Ich hätte schon 100€ Plus gemacht”. Entsprechende Gedanken müssen sich in verstärkter Form Spielsüchtige machen bevor sie ihr Haus und sonstiges Hab und Gut verspielen.
Ich kann mir durchaus vorstellen, dass ich problemlos ein Opfer einer solchen Spielsucht werden könnte, was einigermaßen beängstigend ist, weil ich eigentlich gerne mal spiele. Also die Notiz für die Zukunft:
Niemals um Geld spielen

Aber zurück zum eigentlichen Thema. Erkennt man noch den Wert von 500$, wenn man ein prallgefülltes Bankkonto hat und bedeutet reich zu sein, dass man leichter spielsüchtig wird. Ich habe jetzt tatsächlich drei Tage lang Studien zu diesem Thema gesucht, aber zufriedengestellt haben mich die Funde nicht. Es ist wohl so, das reiche und arme Menschen spielen, aber selten, die einen weil Geld sowieso vorhanden ist und die anderen weil sie so gut wie keines haben, spielsüchtig werden. Die große Anzahl der Spielsüchtigen kommt entsprechend aus den mittleren Einkommen, also jenen, die zwar etwas Geld haben, aber nicht ausreichend um es in Aktienpaketen, Fonds oder Edelmetallen zu verspekulieren und zu viel, um sich Gedanken über drei warme Mahlzeiten und Heizkosten zu machen.
Alles in allem ein sehr bedrückendes und faszinierendes Thema. Ich glaube ich schaue jetzt öfter Blackjackstreams.

A K

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Zu blöd für Jump&Run und was man sonst so falsch macht

Vor einiger Zeit gab es mal Duck Tales im Steamsale für ungefähr 3 Euro. Natürlich habe ich es gekauft. Zum einen weil es superbillig war und zum zweiten weil ich gute Kindheitserinnerungen damit verbinde. Also sprach doch nichts dagegen, wenn ich eine aufgemotzte Version kaufe und das noch einmal spiele. Mein erstes Mal spielen ist inzwischen auch Monate her. Ich bin nämlich kläglich gescheitert – am ersten Boss auf mittlerem Schwierigkeitsgrad.
Gestern war dann die Zeit gekommen es noch einmal zu versuchen. Ratet mal wie weit ich gekommen bin. Genau! Bis zum ersten Boss.
Ähnlich sieht es aktuell mit dem Sport aus. Ich komme nicht so recht voran. Ich habe jetzt zwar 17 Tage in Folge meinen Tagesplan durchgezogen, doch jetzt macht mir das Knie einen Strich durch die Rechnung. Fühlt sich (und liest sich) wie ein Problem mit dem Quadriceps an. Das ist jener Muskel, der vom Oberschenkel zur Kniescheibe geht und ich habe ihm wohl etwas viel zugemutet für den Anfang. Entsprechend muss ich jetzt etwas vorsichtiger sein, den Muskel kühlen und viel dehnen.
Auch die Entwicklung des Eigengewichts nimmt teilweise seltsame Formen an. Zur Zeit nehme ich massiv zu, egal ob ich innerhalb des normalen Verbrauchs, darunter oder darüber esse. Ob es sich dabei um Muskelwachstum handelt, die ja auch entsprechend Gewicht mitbringen oder mein Körper meint er müsste möglichst viele Speicher anlegen, werde ich mal anhand der Messwerte (Caliper) in den nächsten 3 Wochen prüfen müssen.

Und morgen gehe ich wahrscheinlich wieder laufen!

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